??? Geocaching e.V. ???
// März 10th, 2010 // Allgemein
Das leidige Thema eines Vereins kommt immer mal wieder zur Sprache. Viele halten einen Verein für überflüssig, andere finden es schön sich in einer festen Gruppierung zusammen zu schließen um sich evtl. besser untereinander austauschen zu können. Eigentlich ist die Idee eines Vereins immer wieder etwas schönes und der Grundgedanke gefällt mir sehr gut. Wer nun allerdings meint „mal eben einen Verein gründen“ zu können der irrt. Erstmal muss dafür einiges an Papierkram erledigt werden, es muss eine Satzung geschrieben werden, man muss alles notariell beglaubigen lassen und und und (das Thema habe ich bereits durch, wohl aber vor einem anderen Hintergrund). Fakt ist: das ganze kostet viel Zeit und noch viel mehr Geld.
Hier kommen wir dann zu den Punkten die für mich persönlich die Idee eines festen Vereins sterben lassen. Wer möchte für sein Hobby bezahlen, was er sonst kostenlos (es sei denn man nutzt einen Premiumaccount bei GC.com) bekommt? Wenn ich bedenke, dass man in kürzester Zeit mehrere hundert Euro für seine Cachingausrüstung zahlen kann (und wird, wenn man das Hobby mit Fleiß und Spass betreibt) , frage ich mich, wer dann noch einen Vereinsbeitrag entrichten möchte. Man kann das ganze natürlich auf der kostenlosen Schiene aufziehen, aber dann muss man sich fragen, wer die laufenden Kosten (die ein Verein nun mal hat) aufkommen möchte. Die nächste Frage die sich mir stellt ist, was geschieht mit einem Überschuss an Geld? Man könnte jedem Mitglied Taschenlampen, GPS Geräte oder Cachesets (mit Logbüchern, Bleistiften, PETlingen und so) zur Verfügung stellen, aber welcher Mensch der dieses Hobby betreibt, besitzt nicht schon eben jene Dinge?
In einem regionalen Verein könnte man vielleicht auf ein Vereinsheim sparen, man könnte nette Gerätschaften für die Allgemeinheit organisieren oder das Geld was zum Kassenschluss übrig bleibt in Bier und Grillgut investieren. Was tut man aber bei einem Hobby welches mehrere tausend Anhänger in Deutschland hat? Nun könnte man sicher sagen „Naja dann gründen wir einen regionalen Verein“. Da erschließt sich mir auch der Sinn wieder nicht. Wenn man etwas zusammen unternehmen möchte, dann macht man ein Event draus oder trifft sich auf einem Stammtisch. Es ist wahrscheinlich sehr „deutsch“ alles irgendwie in organisierte Bahnen lenken zu wollen, wem das ganze nützt weis aber niemand so genau. Sicherlich würde das Hobby Geocaching notwendige Auflagen erfüllen um ein Verein zu werden. Hier seien besonders die Punkte „Verständigung zwischen Kulturen“ oder „Verständigung zwischen Generationen“ angeführt. Aber wieso muss ich einen Verein gründen um eben diese Punkte befriedigen zu können? Für den Informationsaustausch gibt es Foren, Blogs, Feeds und nicht zuletzt auch den E-Mail Weg. Wenn also jemand meint, er müsste im Rahmen einer Vereinsgründung die Leute dazu bringen sich mit anderen Cachern zu treffen um etwas gemeinsam zu unternehmen der irrt. Wenn ich mal andere Leute sehen möchte, verfasse ich einen Text und stelle ihn in ein gut frequentiertes Forum, nach kürzester Zeit habe ich sicherlich einige Antworten und Vorschläge für kleinere Touren.
Das Hobby Geocaching lebt sehr gut im Internet und muss nicht „paragraphisiert“ werden. Wer möchte Vereinsregeln aufstellen und wie sollen diese aussehen? Sowas regelt sich im Normalfall von ganz allein durch Regeln von Groundspeak oder durch Mundpropaganda. Wenn etwas nicht gefällt verschwindet es in der Versenkung, das würde ich dann natürliche Auslese nennen die auch ohne Regeln ganz gut funktioniert.
Was ich allerdings eine schöne Idee fände, wäre eine „Interessensgruppe Geopresse“ oder so ähnlich. Eine richtige Anlaufstelle für die Presse. Da könnten sich dann Leute organisieren die der Presse das vorsetzen, was sie vorgesetzt haben sollten. Es würde nicht unnötig gespoilert (siehe mein Beitrag „No Press what“) und wenn die Presse etwas möchte kann man schön an die „IG Geopresse“ verweisen. Natürlich wird es schwierig hierfür Leute zu finden und wahrscheinlich würde es auch starken Gegenwind geben (schließlich ist Geocaching ja geheim…) aber es wäre meiner Meinung nach ein schöner Ansatz irgendwie mit der Presse auf einen Nenner zu kommen.
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Liebe Grüsse


Wie kommt man darauf, das (fast) ausschließlich an finanziellen Aspekten festzumachen?
Für mich ist das eher eine Frage der Publicity. Vereinsmeier möchten gerne Presserummel. Das ist so natürlich wie das Amen in der Kirche.
Geocaching lebt aber davon, im Geheimen und eben nicht im Großrudel betriebne zu werden.
Und da ist man dann schon beim zweiten Punkt: Vereine möchten immer viele Mitglieder. (Denen geht’s nicht anders wie dem Papst, dem da auch fast jedes Mittel recht ist…)
Vieles von dem, was Geocacher tun ist jedoch nicht so, dass es doppelt so viele Leute oder gar zehn mal so viele wie heutee tun können, ohne dass unsere Mitmenschen sich darüber (zu Recht!) beklagen werden.
Zercachte Mauern, totgegrabbelte Verkehrsschildabdeckungen, Cacherautobahnen im Wald, GC-Vote gelobte Caches, wo am Wochenende ein halbes Dutzend Großrudel durchpirscht, einfache Waldtradis in deren Umfeld nach einer Saison kein Grashalm, gescheige denn Moos überlebt.
Dazu kommt dann noch das Verbot, überhaupt CAches in der Natur auszulegen, wie es z.B. in Bayern gilt.
Sobald die Cacher dann als Institution sichtbar werden, dann geht’s los wie bei den Tauchern oder Kletterern: Zutritt nur noch mit Scheinen, Genehmigungsverfahren für neue Reviere etc… Muss ja schließlich alles seine Ordnung haben…
Das ganze unter der finanziellen Schiene fest zu machen ist nur ein kleiner teil meiner bedenken. Wenn ich alles aufzählen würde, wäre ich morgen in der frühe noch am tippen. Das Argument mit den Flurschäden usw. sehe ich auch jetzt schon, sicherlich könnte es aber durch organisierte Großgruppen noch verschärft werden. Ich denke bei Zeiten gibts noch einen Teil 2 zu dem beitrag
Liebe Grüße
Sobald ein Verein da ist, gibt es Leute, die “Wachstum” als Allheilmittel sehen.
So wie der Bürgermeister einer Kleinstadt gerne Bürgermeister einer Mittelstadt wäre. Und der Mittelstadt-Bürgermeister lieber eine Großstadt hätte.
Und das, obwohl erwiesen ist, dass man als Bürger in Hannover nicht besser lebt als in Bielefeld. Und wenn man in einem kleinen beschaulichen Dorf lebt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, noch größer, dass man nicht alles wegschließen muss und als Laternenparker Angst um Navi und Airbag haben muss.
Wachstum ist genau das Gegenteil: Es verschärft Probleme ins unerträgliche über die man vorher -im kleineren Rahmen- noch hinwegsehen konnte.
Das ist dem Bürgermeister (und dem Vereinsvorstand) egal, denn da gilt es, an den Aufgaben z u wachsen. Schließlich kann man nur so zeigen, wie gut man zupackt beim Regeln von Problemen… (für die anderswo gar kein Reglungsbedarf besteht…)
Coole Idee mit dem Vereinsheim!
20 Vereinsmitglieder sitzen drin, einer versteckt draussen eine Dose und auf Los gehts los
Dann bitte auch Einheitsklamotten mit fetter Schrift “1. GCC XYZ von 2010 e.V.” auf dem Rücken und mit Glück sogar mit Sponsorenwerbung
Vereinsausflüge am Wochenende, Stadtmeisterschaften gegen andere regionale Vereine im Dosenfischen und vielleicht sogar eine Deutsche bzw. Weltmeisterschaft
Wie schaut es eigentlich mit Trainingszeiten usw. aus? Erfahrene Geocacher wie Alligateuse und Sobo könnten das Dosenfischertraining im Hamburger Raum leiten
PS: Wer Ironie findet, darf sie behalten
@Bene-Belter: Die Firma Sportfaktor wird da sicher gern die Organisation übernehmen. Und wenn die nicht, dann findet sich bei Xing bestimmt noch ein anderer Geschäftlhuber, der das gern reisst. Solche Chancen zum Networking gibt’s schließlich kaum für gutes Geld…
Der Beitrag bringt es perfekt auf den Punkt: Wir sind zwar irgendwie schon sehr gut organisiert im Netz, aber eigentlich ein chaotischer Haufen :-) Eine “Interessenvertretung” wäre oft hilfreich, einen Verein braucht eigentlich keiner. Nicht nur gegenüber der Presse, sondern auch um mit vielen anderen Organisationen auf Augenhöhe zu sein. Ich glaub ich hol mir schonmal Popcorn …
Genau sowas in der Art sollte es geben. Das kommt nun in meinem Beitrag nicht so rüber aber das ist es. Bei Problemen könnte man an die Interessensgruppe verweisen. Das hat ja nichts mit einem Dachverband oder ähnlichem zu tun. Jedoch wird eine solche Interessensgemeinschaft es nicht einfach haben, wie man es macht ist es falsch. Aber anders gefragt; muss man es denn Jedem Recht machen?!