Kein Verein, kein Dachverband! Eine IG?

// März 11th, 2010 // Allgemein

Bezugnehmend auf die Kommentare zu meinem letzten Blog-Eintrag möchte ich einmal einen Standpunkt vertreten. Ich habe sicherlich gegen die Gründung eines Vereins geredet und habe meinen Standpunkt deutlich gemacht. Kommentare und E-Mails haben mich in meiner Meinung bestätigt. Die Probleme, die mit der Gründung eines Vereins einhergehen, sind sicher noch vielschichtiger als die Probleme die ich bereits angeführt habe weswegen sich jeder sein eigenes Bild machen sollte.

Was man allerdings immer ein wenig im Hinterkopf behalten sollte ist, dass es auch andere Gruppierungen gibt die am Thema Geocaching reges Interesse zeigen. Seien es nun Jäger, die Presse, die Deutsche Wanderjugend oder sonstige Gruppierungen und Einzelpersonen die Ihr Interesse bekunden. Das Problem ist das eben diese Gruppierungen Bilder zeichnen können die kein Geocacher ausradieren kann. Auf Pressemeldungen wird nur im Einzelfall reagiert und dann steht (vielleicht mit etwas Glück) ein Leserbrief in dem entsprechenden Blatt um eine Klarstellung des Artikels zu erreichen bzw. um Unwahrheiten zu klären. Jäger haben natürlich ganz andere Probleme mit uns als es zum Beispiel Wanderer oder sonstige Gruppen haben. Ich denke ein wenig Aufklärung könnte hier die Fronten ein wenig klären. Viele Jäger wissen wahrscheinlich nur vom Thema Geocaching weil sie mal irgendwo einen Artikel darüber gelesen haben. Anhand dieses Artikels zeichnen sie sich ein Bild welches durchaus durch häufigere Pressemeldungen wie „Geocacher schaden dem Wild“ oder „Nachtcaching – ein neuer Trend im Landkreis X“ gefestigt wird.

Wirklich klare Artikel gibt es nur sehr selten was ich persönlich sehr schade finde. Aber schlechte Presse lockt auch Gegner und schürt Missverständnis gegenüber unserem Hobby. Naturschützer werden auf den Plan gerufen, Priester suchen Ihre Kirchen nach Dosen ab und im schlimmsten Fall verbietet die Bundesregierung irgendwann das Hobby gänzlich (Stichwort: Terrorbekämpfung und Störung des öffentlichen Friedens).

Wo muss man aber ansetzen und wie sollte eine Interessensgruppe aussehen? Wie sollte sie aufgebaut sein und für was ist sie zuständig. Darf sie „über den Kopf“ anderer Meinungen verbreiten und Klarstellungen schreiben? Das sind alles Fragen auf die man Antworten suchen müsste. Hier sehe ich allerdings die Probleme. Viele Cacher meinen, dass sie sich nicht in „Ihr“ Hobby hineinreden lassen. Wieder andere denken das man schlechte Presse am besten aussitzen sollte und ein anderer Teil ist der Meinung das Geocaching nach wie vor ein geheimes Hobby ist von dem besser niemand etwas wissen sollte. Sicherlich wäre es einfacher wenn sich keiner für uns interessieren würde. Da das Hobby in den letzten Jahren allerdings immer mehr Zulauf bekommen hat sind wir schon lange kein „geheimer Haufen“ mehr. Aber ich schweife ab, wer meine Meinung dazu lesen möchte sollte meinen Artikel „No Press…what?“ lesen.

Fakt ist: Wenn sich mehrere Leute zusammenschließen (das tun Cacher auch wenn sie alleine unterwegs sind, denn sie sind ein Zusammenschluss aus Leuten die das selbe Hobby teilen) werden auch andere Gruppen auf die Personen aufmerksam und aus Neugier schauen sie dann mal was die Leute mit den komischen Handys eigentlich so treiben. Wenn sie nun Fragen, Bedenken oder Anmerkungen haben, können sie sich an niemanden wenden. Der Jäger hat sicherlich noch die Möglichkeit sich mit dem Owner in Verbindung zu setzen (auch wenn ich den wenigsten Jägern zutraue sich auf GC zu registrieren um nach Ihrem Gebiet zu suchen, nicht weil sie es nicht könnten, sondern eher weil dazu dann doch der Aufwand zu groß ist.) meistens entfernt er aber „den Müll“ einfach aus seinem Revier (Ausnahmen bestätigen die Regel). Die Presse bedient sich einfach dort wo es etwas zum bedienen gibt und die Privatperson informiert sich vielleicht durch die Presse (wo wir wieder bei dem malen von Bildern sind). Ein Teufelskreis eben, aus dem man irgendwie ausbrechen sollte.

Man kann nicht erwarten, dass sich Jäger, Wanderer, Privatpersonen, die Polizei oder sonstige Behörden (wie zum Beispiel die Naturschutzbehörde) im Internet über uns informieren. Man sollte selbst die Initiative ergreifen um den Menschen zu zeigen was das schöne an unserem Hobby ist, um zu zeigen das Geocacher nicht immer die randalierenden Naturhasser sind, die Nachts mit Taschenlampen durchs Unterholz an Hochsitzen kriechen. Aber wie regelt man die Öffentlichkeitsarbeit wenn jeder, der etwas öffentliches tun möchte gleich an den Pranger gestellt wird? Wer würde sich vor eben diesem Hintergrund bereit erklären Öffentlichkeitsarbeit zu leisten? Der Grundgedanke gefällt mir sehr gut, die Umsetzung wird allerdings äußerst schwierig.

Bleibt die Frage wie es mit dem Hobby weitergeht, wenn wir andere über uns berichten lassen. Dann schreiben wir bald keine Regeln mehr, dann werden Regeln geschrieben!

Liebe Grüße

One Response to “Kein Verein, kein Dachverband! Eine IG?”

  1. -jha- sagt:

    Warum wäre mit “korrekten Presseartikeln” dem Anliegen der Cacher geholfen?
    Es gibt jede Menge Interessenvertreter, die selbst dann etwas gegen Geocaching einzuwenden haben werden, wenn es so betrieben wird “wie es im Bilderbuch” steht.
    Also naturschonend etc. pp.
    Schaut Euch an, welchen Kleinkrieg die Leute von den “Deutschen Jakobswegen” mit Umweltverbänden, Jägern, Gemeindevertretern und Tourismusförderern etc ausfechten.
    Und da geht es NUR darum, schon BESTEHENDE Wanderwege zusätzlich noch als Teil des dt. Jakobsweg-Netzes auszuschildern.
    Die einen stören sich dran, dass dann mehr Leute in den Wald gelockt werden (auf den Wegen!), die anderen verlangen, dass die Auszeichnung der Wege gemäß den “örtlichen übereinkünften” anders als mit den Standard-Muschel-Schildern erfolgt. Und noch andere verlagen, dass die Wege anders laufen, damit sie nicht touristisch benachteiligt werden gegenüber Nachbargemeinde XY.

    Will sagen: Ein bisweilen endloses Gezerre von lokalen Hobby-Gremiensitzern, die auf Tagesordnungspunkte und Anträge im 6fachen Durchschlag stehen.

    Wenn also die die Geocacher eine irgendwie “offizielle Interessenvertretung” hätten, dann würde es nicht lange dauern, bis man auch für jeden Cache ein Antragsformular mindestens bei der unteren Naturschutzbehörde und vermutlich auch noch beim nächsten Gemeinderat einreichen müsste.
    Schließlich macht es diesen Leuten Spaß, über Dinge zu diskutieren an denen sie kaum etwas ändern können, aber wo sie ihre eigene Wichtigkeit unter Beweis stellen können.

    -jha-

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